Wie ich zum Schreiben kam...

 

Ich habe mir schon immer gern Geschichten ausgedacht. Aber daraus einen Beruf zu machen, kam mir erst einmal nicht in den Sinn. So habe ich Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und mittelalterliche Geschichte studiert.

 

 

Die Recherchen zu meiner Dissertation, in der ich die Entwicklung der Wasserspeier am Kölner Dom untersuche, führten mich zu Vergleichsstudien auch nach New York. Dort habe ich festgestellt, dass es zu dem Thema Wasserspeier nicht nur wissenschaftliche Literatur, sondern – im Gegensatz zu der Situation in Deutschland – auch Romane und Kinderbücher gibt. Wieder zu Hause, erzählte ich das meinen Eltern. Da sagte mein Vater: „Wenn es hier keine Kinderbücher über Wasserspeier gibt, dann schreib doch selbst eins!“ Die Idee fand ich super. Das Manuskript war auch schnell fertig. Nachdem ich positive Reaktionen von einigen Testlesern bekommen hatte, habe ich mich endlich getraut, der Kölner Dombaumeisterin meine Geschichte vorzustellen. Sie war begeistert und besorgte nicht nur einen Zeichner, sondern gleich auch einen Verlag. So entstand mein erstes Buch Willibrord der Wasserspeier.

 

 

Nach dem dritten erfolgreichen Kinderbuch dachte ich, das geht so weiter. Nun traute ich mich an meinen ersten All-Ager, einen historischen Roman, heran. Schnell musste ich aber feststellten, dass kein Verlag darauf gewartet hatte. Nach etlichen Absagen stand ich kurz vor der Aufgabe. Da entdeckte ich in einem Autorenforum das Stichwort Selfpublishing. Ich dachte, warum eigentlich nicht? Da ich auch im Design nicht ganz ungeschickt bin, entwarf ich ein Cover und setzte den Text. Das Ergebnis war eine Enttäuschung: Das Cover war zu dunkel, der Rand zu schmal. Aber ich habe daraus gelernt. Heute, 15 Bücher nach Willibrord, arbeite ich mit einer Lektorin und Agentin zusammen, veranstalte regelmäßig Lesungen und schreibe weiter. Da ich die Begeisterung für meine Studienfächer aber nie verloren habe, spielen sie in meinen Geschichten immer noch bedeutende Rollen – selbst meine Fantasy-Erzählungen kommen nicht ohne Kunst, Kultur oder Archäologie aus.

 

Regina E.G. Schymiczek